Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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daran, wenigſtens einen Verſuch zu machen, ihre unerwie⸗ derte heimliche Liebe in ſich zu erſticken, jeden aufſteigenden Gedanken an Froſt durch irgend einen andern zurückzu⸗ drängen, den Jüngling nicht mehr anzublicken, ſeine Nähe zu meiden. Sie zog vielmehr mit Gewalt ſeine Erſchei⸗ nung zu ſich heran; es ſtand feſt in ihr, ſie wollte, ſie konnte nicht von ihm laſſen; ſie mußte ihrer Leidenſchaft genügen, dadurch, daß ſie Froſt mit ihrem Leben eng ver⸗ knüpfte und wäre es durch den Tod!

Beatrice verließ ihr Lager und ging ruhelos in ihrem Schlafgemach auf und ab. Dann trat ſie an's Fenſter und blickte auf die Straße hinaus. Es war dunkel drau⸗ ßen, aber wenige Schritte vom Fenſter ſpielte ein matter Lichtſchein auf dem Erdboden. Beatrice unterſchied bei längerem Hinſehen mitten in der lichten Stelle den ſchwa⸗ chen Schatten eines Fenſterkreuzes. Das konnte nur von Froſt's Fenſter kommen, er mußte Licht in ſeinem Zimmer brennen. Mitternacht war längſt vorüber. Beatrice ſchlich leiſe hinaus auf die Straße und blickte zu Froſt's Fenſter hinauf. In der That, es war erleuchtet. Bea⸗ trice erbebte, halb freudig, halb in ängſtlicher Spannung vor dem Entſchluſſe, zu Froſt hinauf zu ſchleichen, ſein nächtliches Treiben zu belauſchen und vor dem Gedanken, vielleicht ein Geheimniß entſchleiert zu ſehen. Sie führte ihren Entſchluß auf der Stelle aus und befand ſich bald