Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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er dadurch verrathen würde, daß er wirklich eine Neigung in ſich trägt, die ihn für Beatrice blind macht Beatrice wollte nicht Zeuge dieſer Entdeckung ſein! Während die Mutter ihre Frage noch nicht vollendet hatte, war ſie auf⸗ geſprungen und davon geeilt. Sie fühlte ihre Wangen brennen, ſie hörte ihr Herz klopfen; ein Gefühl maßloſer Bitterkeit war über ſie gekommen; ſie haßte ihre Mutter, die jene Frage ausgeſprochen hatte, ſie haßte den Deutſchen und ſeine Aeolsharfe und ſeine blonde Geliebte und zuletzt haßte ſie ſich ſelbſt. In dieſer qualvollen Stimmung irrte ſie am Strande umher, bis die milden Meereslüfte ihr glühendes Antlitz gekühlt hatten. Spät erſt kam ſie zu der geängſtigten Mutter zurück, derengute Nacht beim Schlafengehen ſie unerwiedert ließ. Hätte ſie Froſt's Antwort auf die verhängnißvolle Frage abgewartet, hätte ſie ihn ruhig und feſt beobachtet, ſo würde ſie Zeuge ge⸗ weſen ſein, wie ein finſterer Schatten über ſeine Geſichts⸗ züge ſchlich und wie er unter leiſem Kopfſchütteln erwiederte: Ich habe keine Geliebte!

In dieſer Nacht kehrte Beatricens Traum wieder. Sie erwachte darüber und konnte nicht wieder einſchlafen. Den Kopf auf die Hand geſtützt, ſaß ſie auf ihrem Lager, im Kampfe mit ihrer glühenden Leidenſchaft für den Fremdling oben. Die junge Sicilianerin kannte Alles, nur nicht die Kunſt des Entſagens. Sie dachte nicht