Teil eines Werkes 
4. Bd. (1868)
Entstehung
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54 thun, was ich nun freiwillig thun werde. Denn ich bin entſchloſſen, Deinen Lieblingswunſch zu erfüllen, aber nicht um Deinetwillen, ſondern aus andern Rückſichten und zu ſpät, als daß es Dir noch Freude machen könnte. Ich habe die Abſicht, wieder zur Bühne zu gehen.“

Frau Stubenrauch ſah ihre Tochter mit großen Augen an.

„Und nun Du es weißt“, fuhr Roſa mit ängſtlich forſchendem Blick fort,„kannſt Du mit Deinem aufrich⸗ tigen Urtheil nicht länger zurückhalten. Darf ich's wa⸗ gen, mit meiner Stimme, wie ſie jetzt iſt, wieder vor die Oeffentlichkeit zu treten? Habe ich dem Schöpfer nicht vorzeitig für die Himmelsgabe der Töne gedankt, die er mir in die Bruſt gelegt hat?“

„Weiß Arthur um Deinen Entſchluß und billigt er ihn?“

„Er weiß es noch nicht, aber ich ruhe nicht eher, bis er mich gewähren läßt. Er muß es, ſein Leben hängt davon ab und ſein Leben iſt das meinige.“

„Und haſt Du ſchon bedacht, daß Ihr dann wahr⸗ ſcheinlich werdet getrennt leben müſſen?“

„Ich werde es ſtandhaft ertragen; der Gedanke an unſere Wiedervereinigung unter glücklichern Verhältniſſen wird mir Kraft verleihen. Aber antworte mir: darf ich's wagen?“