45
gerader Sinn iſt vom ſchwarzen Brande des Mißtrauens ergriffen. Geſtehe, daß Du krank biſt, körperlich krank, nur unter dieſer Bedingung kann ich verzeihen und ver⸗ geſſen!“
Arthur fühlte, daß Roſa die Wahrheit geſagt hatte. Er fuhr ſich durch die Haare und ſchwieg beſtürzt ſtill. Wie von einem Traume erwachend fragte er endlich: „Warum aber ſprachſt Du von Trennung?“
„Weil Du vollſtändig frei und ſorgenlos werden mußt, wenn Du von Deiner Krankheit geneſen ſollſt. Sonſt, ſagte die Mutter, würde ich Dich bald—“ Roſa ſank, in Schmerz aufgelöſt, vor ihm auf die Kniee, preßte ſeine Hand an ihre Stirn und vollendete ſchluchzend: „auf der Bahre ſehen!“ Nach einer Weile ſchaute ſie zu ihm auf und fragte in angſtvoll dringendem Tone: „Nicht wahr, Arthur, Du fühlſt Dich krank?“
Er ſchüttelte, unter Thränen lächelnd, den Kopf.
„Nur um den Preis der Wahrheit verzeihe ich Dir“, ſagte Roſa mit unerbittlichem Ernſt,„ſonſt vergeſſe ich nie, nie die Kränkung, die Du mir angethan haſt.“
„Nun jau, ſagte Arthur,„ich war krank.“
„Und Du biſt es noch und wirſt es immer mehr werden“, fuhr Roſa fort,„geſtehe mir auch das.“
„Biſt Du mir treu?“ fragte Arthur ausweichend und mit tiefer Zärtlichkeit.


