„Arthur!“ rief eine fremde Stimme, und Arthur blickte erſchrocken auf und glaubte in ein fremdes Geſicht zu ſehen, denn fremd war ihm der zürnende Blick in Roſa's Augen, fremd die Todtenbläſſe, die über ihren verſtörten Zügen ausgebreitet lag, fremd berührte ihn das Bewußtſein, daß er ſelbſt der Urheber der unerhörten Kränkung war, welche dieſes verwandelte Antlitz ihm ſtumm vorwarf.„Sage noch ein Wort“, forderte ihn die fremde Stimme auf,„ſage noch, daß ich von dem Allem gewußt habe!“
Arthur fühlte bei dieſem Anblick etwas von der ſchmerzlichen Genugthuung eines Duellanten, der ſeinen Gegner tödtlich verwundet ſieht. Der tiefe Gram, der ſeit Monaten an ſeinem Herzen nagte, war plötzlich ge⸗ wichen; das Gefühl der Bitterkeit gegen Roſa hatte ſich vollſtändig erſchöpft. Arthur war beſchämt zerknirſcht, er wußte kein Wort zu ſagen.
Jetzt zitterten ein paar Thränen in Roſa's Augen, vielleicht die bitterſten, die ſie je geweint.„Armer Arthur“, ſagte ſie weich,„Du biſt krank. Was meine Mutter ſagte, iſt mir jetzt als furchtbare Wahrheit aufgegangen. Dein Lebensmuth iſt von ernſten Sorgen gebrochen; Du fühlſt Dich unglücklich in Deiner Stellung; die zuneh⸗ mende Hoffnungsloſigkeit, jemals Deinem Berufe zurück⸗ gegeben zu werden, umflort Deinen Blick. Dein offener,


