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langſamen Verfall ſeiner einſt blühenden Wangen, wie man die Keime nicht treiben, den Stundenweiſer der Uhr nicht weiterrücken ſieht, wenn das Auge fortwährend darauf verweilt. Ich habe ihn geſehen, er hat ſich bereits erſchreckend verändert, und ich bin zu Dir ge⸗ kommen, um, wenn es möglich iſt, zu verhindern, daß ſich ein Menſchenleben aus Liebe zu Dir langſam abzehrt! Du ſiehſt, mein Gefühl für Anderer Wohl iſt nicht ſo abgeſtumpft, als Du glaubteſt.“
„Iſt es denn möglich“, rief Roſa unter ſtrömenden Thränen,„daß ſich der Menſch über ſein Glück ſo täuſchen kann? Blüht uns das Liebſte nur zum Schauen? Dürfen wir unſere Bruſt nicht damit ſchmücken, ohne daß es den Blumen gleich dahinwelkt? Mutter, Mutter, was ſoll ich thun?“
„Frage Deinen Stolz, der ſich empört, aus meinen Händen Hülfe anzunehmen“, ſagte die Mutter düſter.
„Das iſt nicht Dein Ernſt, Mutter!“ flehte Roſa, die Hände ringend.„Du ſagteſt, Du wäreſt gekommen, als wüßteſt Du keine andere Hülfe als Deinen Rath, Deine Erfahrungen.“
„Wohlan! Du willſt das Brod nicht eſſen, das Kleid nicht tragen, an welchem Anderer Thränen kleben. Iſt der Adel Deines Herzens echt, ſo gib Deinem Mann die Freiheit zurück, laß Dich von ihm ſcheiden.“


