27
eingeklemmt ſeid. Deinem Manne wird es mit all ſeinen Hoffnungen ergehen wie jenem Gefangenen, der im Be⸗ wußtſein ſeiner Unſchuld das kleine Bündel, welches er in ſeine Zelle mitbrachte, nicht erſt auspacken wollte, weil ihm die Zeit bis zu ſeiner Erlöſung zu kurz dünkte. Und der Jüngling ſtarb in ſeiner Zelle als Greis, wie Dein Mann als Schreiber ſterben wird. Du, als Frau, wirſt Dein Schickſal ertragen, Deine Beſtimmung iſt erfüllt, aber an Arthur wird die Unzufriedenheit rüt⸗ teln, denn das Glück, ein geliebtes Weib zu beſitzen, ſteht beim Manne ſtets unter dem Patronate ſeiner Lebens⸗ ſtellung, ſeines Berufs. Euch aber droht noch größere Gefahr— ich meine Arthur's hinſiechende Geſundheit.“ „Hinſiechende Geſundheit?“ rief Roſa entſetzt. „Konnte Dir bisher entgehen, was fremden Augen auffällt? Weißt Du nicht, daß er ſeine beſten Kräfte durch nächtliches Arbeiten hinopfert?“ „O Arthur, Arthur! Warum mich betrügen?“ „Und wenn Du das auch verhindern kannſt und wirſt, von ſeinem Pulte, an das er vom Morgen bis zum Abend geſchmiedet iſt, kannſt Du ihn nicht befreien. Seine bewegliche Natur, die ihn vielleicht einſt gerade jenen Beruf wählen ließ, den er Deinetwegen preisgeben mußte, muß ſich gegen die zwingende Herrſchaft des Pultes und der Feder empören. Du bemerkſt nicht den


