„Es iſt nur das: Arthur überraſcht mich gern“, gab Roſa lächelnd zur Antwort.„Mitten in ſeiner Geſchäfts⸗ zeit tritt er oft plötzlich zur Thür herein. Zuweilen gibt er abends vor, in Geſellſchaft zu gehen, und kaum iſt er eine Viertelſtunde fort, ſo kommt er unvermuthet wieder und ſagt, er habe mich nur necken wollen. Letzthin nahm er den zärtlichſten Abſchied von mir, weil er in Geſchäften auf einen Tag verreiſen müſſe. Und als ich ihn meilen⸗ weit weg glaubte und zufällig einmal zum Fenſter hin⸗ ausſah, wer ſtand unten? Mein Arthur!“
„Hat er das von jeher ſo getrieben?“ fragte die Mutter mit anſcheinender Gleichgültigkeit.
„Nein, erſt ſeit ein paar Wochen“, erwiderte Roſa lachend;„er hat immer etwas Neues.“
„Nun, ſo müſſen wir's heute wohl auf gut Glück ankommen laſſen“, ſagte die Mutter, indem ſie ſich's in der Sophaecke bequem machte. Sie betrachtete Roſa's Arbeit, und während ſie das Material derſelben prüfte und ihre Tochter fragte, wo ſie es gekauft und welchen Preis ſie dafür gezahlt habe, ließ ſie zuweilen forſchend ihren Blick auf Roſa's Antlitz ruhen, als wolle ſie er⸗ mitteln, ob ſie ſich ſeit ihrer Trennung verändert habe.
Auf dieſes gleichgültige Geſpräch trat bald jene Pauſe ein, in welcher man das Vorgefühl hat, daß das nächſte Wort ein ernſtes ſein wird. Auch Roſa empfand das,


