ſtorbener Gefühle ſeine Nähe ſuchte, ſeinen Umgang pflegte; eine Aeußerung des alten Hofacker über die zer⸗ rütteten Vermögensverhältniſſe der Majorin kam ihm plötzlich wieder ins Gedächtniß, und wie er die Men⸗ ſchen kannte, mußte er vermuthen, daß Adeline mit der Abſicht umging, eines Tages ſeine Hochherzigkeit auf eine harte Probe zu ſtellen.
Unter den Gemälden, welche Arle's Gemächer ſchmückten, ſuchte Adeline ſchon lange vergebens nach den beiden lebensgroßen Portraits, die ſie einſt bei ihrem Abend⸗ beſuche in jenem beſcheidenen kloſterartigen Zimmer bei ihm erblickt hatte. So oft ſie auf die fehlenden Portraits anſpielte, ſchien Karl ſie nicht zu verſtehen oder ſich derſelben nicht zu erinnern.
Adeline, die an den beiden Portraits ein neugieriges Intereſſe zu haben ſchien, wandte ſich endlich an die alte Haushälterin um Auskunft. Mit Hülfe der Beſchreibung, die Adeline von den Bildern gab, entſann ſich die Alte, daß dieſelben einſt in dem Zimmer gehangen hätten, welches der Doctor zu Lebzeiten des alten Hofacker be⸗ wohnt habe und wo ſie ſich wahrſcheinlich auch jetzt noch befinden würden. Adeline verlangte in das Zimmer ge⸗ führt zu werden.
Die alte Frau wurde verlegen. Niemand habe den


