Teil eines Werkes 
3. Bd. (1868)
Entstehung
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wirthſchaftete umher, ſie kam und ging, ſeinem Auge unſichtbar, aber ſeinem Ohre vernehmlich, denn ſie ſang und trällerte, bald ferner, bald näher. Karl lauſchte mit angehaltenem Athem; es war nicht jenes kunſtloſe kurzathmige Gezwitſcher einer gewöhnlichen Frauenſtimme, es lag wirklich Kunſt in dem Trällern, wie in den Griffen einer Meiſterhand, wenn ſie auch nur in ge⸗ dankenloſem Spiel über die Saiten gleitet. Mitunter, wenn ſie ſich in dem andern Zimmer zu befinden ſchien, ſang ſie ganze Strophen in vollen, getragenen Tönen, und obwohl ſie glauben mochte, daß ſie dort kein fremder Horcher vernehmen könne, ſo drang ihr ferner Geſang doch deutlich genug zu Karl's Ohren, um den Klang einer oft gehörten, ihm nur zu gut bekannten Stimme herauszufinden, die ihn ahnen ließ, daß das Bild, welches er am Fenſter geſchaut, ſeinen Träumen mehr als ver⸗ wandt ſei.

Als er ſich, nachdem er mit aufgeſtütztem Haupte eine Weile vor ſich hingeſtarrt hatte, wieder nach den weißen Hauſe umwandte, war ſie bereits die Stuen herabgeſchwebt und bog eben in Hut und Shawl um die Ecke, ohne daß er ihr Antlitz noch geſehen atte. Sie entfernte ſich in entgegengeſetzter Richtung voy ihm. Aller Wahrſcheinlichkeit nach hatte das Grundſtüt noch einen zweiten Ausgang nach einer andern Straße. Gewiß