Teil eines Werkes 
3. Bd. (1868)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

=

1

Athem die Worte hervorgebracht.Sage mir's, fügte ſie in der vorigen Weiſe hinzu,ich beſchwöre Dich bei meiner Liebe!

Als der bebende Fürſt dem hinſterbenden Blicke ihrer

Augen begegnete, hatte er keinen Willen mehr. Wie ein zerknirſchter Beichtender murmelte er die Worte:Weil er es ſelbſt war, der ſeinen Vater verrieth.

Das iſt nicht möglich, ſchrie Adeline,das iſt nicht wahr! Starr und verſagend hielt ſie beide Arme an ſich gedrückt; ihre Augen rollten zornig und drohend.

Der Fürſt fühlte in dieſem Augenblicke, daß Adelinens Gegenwart in ſeiner Loge nicht das Werk ſeiner Ueber⸗ redungskunſt ſei, ſondern in ihrem eigenen Plane gelegen habe. Aber das Wort war geſprochen, und ſo ſehr ihn der Ausbruch ihrer Entrüſtung befremdet hatte, ſo wenig war er davon ernüchtert, denn auch jetzt war ſie noch ſchön und begehrenswerth.

Seine verrätheriſche Schrift liegt in meinen Archiven, ſagte der Fürſt beſchwichtigend.

Schrift! Schrift! ſagte Adeline, ohne ihre Haltung

zu verändern.Seine Schrift? Seine eigene Hand ſchrieb die Anklage nieder, ant⸗ wortete der Fürſt,und früh genug fanden ſeine Aeltern ihren Tod, um die ſchändliche Handlung ihres Kindes nie zu erfahren.