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friſur, ſodaß die weißen Flachswellen halb durch ihre un⸗ geſtüme Bewegung, halb durch die ſchnell vermittelnde Hand des Fürſten plötzlich verſchwanden und die Flechten ihres ſchwarzen Haares wie eine heranbrechende Nacht über ihrer marmorweißen Stirn hervortraten und, da ſie unter der Flachsperrücke nur loſe zuſammengeſteckt
geweſen waren, bei der nächſten Bewegung, die Adeline
machte, zu beiden Seiten gleich langen ſchmalen Schatten
über das weiße Gewand faſt bis auf den Boden herab⸗
fielen. Es war ein Anblick, wie ihn nur die kühne
Phantaſie des Malers hervorzuzaubern vermag, wenn ſie
mit idealen, der Wirklichkeit kaum angehörenden Tinten
die Schönheiten des Harems beſchwört. Der Fürſt bog
ſich geblendet zurück, er wagte ſie nicht zu berühren, aus
Furcht, das Bild könnte, wie ein Phantom, in nichts
zergehen. Aber ſie beugte ſich tiefer zu ihm herab, ein Lächeln um ihren Mund verrieth, daß ſie ſich der Wir⸗
kung ihrer Reize bewußt ſei, und dies machte ſie im Auge des Fürſten noch unwiderſtehlicher, weil ſie ihn dadurch
als die Urſache ihrer Machtentfaltung anerkannte und
ſein Ich in den Zauberkreis ihres Willens mit hineinzog.
„Warum findet Graf Arleborg keine andere Gnade
vor Dir als die des Schweigens?“ Ihre Stirn an die
ſeinige gedrückt, hauchte ſie ihm dieſe Frage zu. Aber
nicht ihre Lippen ſprachen, es war, als hätte ihr heißer


