hervor oder verſchwinden in derſelben, denn die zu den Logen führenden Thüren ſind ebenfalls unter Tannenreiſig verſteckt und von der undurchdringlichen Wand kaum zu unterſcheiden. 3
Das Innere des Theaters ſelbſt iſt bis zur Unkennt⸗
lichkeit verwandelt. Ueber dem Parterre, dem Orcheſter und dem Podium der Bühne erhebt ſich, wie über einer verſchütteten Stadt, die ebene Fläche eines parquetirten Fußbodens, neben welchem die Parterrelogen faſt wie Kellerluken hereinſchauen. Die ganze Welt der Couliſſen iſt ſpurlos verſchwunden; nicht zu beſeitigende Maſchinen⸗ werke, kahle Wände, unanſehnliche Thüren ſind hinter gigantiſchen Draperien verborgen. Aus einem mächtigen Baſſin, täuſchend dem Marmor nachgebildet, ſchleudert eine Fontaine kühlend ihren hohen Waſterſtrahl empor, und in dem Glanze der Kronleuchter und Gasflammen verwandeln ſich die Millionen niederfallender Tropfen in einen Diamantenregen. Rings um dieſes Baſſin wandelt man in einem Haine von Orangen⸗ und Lorbeerbäumen. Mächtige Spiegel an den Seiten vervielfältigen dieſe phantaſtiſche Welt, und im Hintergrunde erheben ſich die Zelte eines Zigeunerlagers und ſcheinen in die weite Ferne einer ſüdlichen Landſchaft mit dazwiſchen geſtreuten alten Ruinen hinauszublicken, die ein Meiſterſtück per⸗ ſpectiviſcher Täuſchung iſt.


