Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
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Sängerin halb für Wahrheit, halb für eine poetiſche Täuſchung.

Arthur fand bald, daß weder die Wahrheit noch die Täuſchung ihm allein gehöre. Die Hände, welche ſich zur ſtürmiſchen Bewillkommnung regten, ſo oft die Sängerin auf der Bühne erſchien, hatten auch ihren Antheil daran; die Kränze und Bouquets, die ihr aus den Logen zuflatterten, hundert glühende Blicke, die Arthur auf die Sängerin gerichtet ſah, die Poſaunenſtöße der Kritik, die den Namen Stubenrauch täglich in alle Häuſer trugen, ja, begeiſterte Sonette, deren Gegenſtand die Sängerin war, hatten ihren Antheil daran und fragten nicht nach dem heiligen Vorrechte der Jugenderinnerungen.

„Herr Doctor“, redete Arthur einmal ſeinen Haus⸗ genoſſen an,„Sie ſtehen in ziemlich naher Beziehung zum Theater. Kennen Sie vielleicht eine— Plötzlich aber ſtützte Arthur den Kopf in die Hand, ſchloß die Augen, rieb ſich die Stirn und fügte unter ſeltſamem Lächeln hinzu:„Nein, ich brauche es nicht zu wiſſen; es intereſſirt mich nicht.“

„Sie meinen“, erwiderte der unerbittliche Doctor,„ob ich eine Sängerin Namens Stubenrauch kenne?“

Arthur lachte.

„Roſa Stubenrauch?“ fuhr Doctor Arle fort. Arthur lachte noch mehr. Aber er richtete keine Frage