Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
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Zuweilen, wenn ich ein neues Coſtüm anlege, wechſeln meine Colleginnen Blicke, die noch etwas Anderes als Staunen und Ueberraſchung ausdrücken, und mehr als einmal habe ich bei ſolchen Gelegenheiten hinter meinem Rücken von Blut⸗ und Thränenkleidern flüſtern hören. Es kommt mir oft vor, als wäre Alles um mich her ein Mummenſchanz und ich eine Spottfigur.

Auch das männliche Opernperſonal nimmt ein kühles, froſtiges Weſen gegen mich an, und ſelbſt Herr von Kamp, der mir einſt Lehrer und Führer war, zieht ſich von mir zurück, als gereichten ihm meine Erfolge mehr zur Schande als zur Ehre. Gegen eine Dame, eine gewiſſe Majorin von Achtern, die Herrn von Kamp oft in ihre Geſellſchaften zieht, ſoll er über mich die ſpöttiſche Aeuße⸗ rung gethan haben: ich ſei eine zukünftige Henriette Sontag, ein eminentes Talent mit einer glänzenden Zukunft, zuletzt angetraute Gattin eines Grafen oder Fürſten, Prinzeſſin Stubenrauch⸗Schmilinsky. Ich würde es für Verleumdung halten, wenn es nicht mit gewiſſen Illuſionen der Mutter, denen ſie gegen Herrn von Kamp wahrſcheinlich Worte geliehen hat, ſo genau überein⸗ ſtimmte.

Es gibt für mich kein größeres Glück, als an Abenden, wo ich zu ſingen habe und der Doctor auf die Bühne kommt, meine Hand in die ſeinige zu legen und mit