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wo meine ſüßeſte Ahnung in Erfüllung ging und Adeline in mein Zimmer trat, und jetzt erſcheint mir die Erinne⸗ rung daran ſo matt wie eine unechte Farbe, die jeder Spur ihres frühern Glanzes entbehrt. Ich gedenke oft jenes räthſelhaften Blickes, dem ich damals in ihren Augen begegnete; ſähe ich ihn heute wieder, er würde mir Mißtrauen einflößen. Ich zweifle nicht, daß Adeline mich geliebt hat, aber ich finde nachträglich, daß ſie, im Gegenſatz zu meiner ſich ganz hingebenden Leidenſchaft, ihrem Herzen, ihren Blicken nach einem gewiſſen Syſteme gebieten konnte. Kurz, ich finde Vieles unecht an Ade⸗ linen, was mir früher im Lichte unbezweifelter Echtheit erſchienen iſt.
Bisher habe ich's vermocht, ihren Entſagungsbrief zum zweiten Male zu leſen, und heute entfaltete ich ihn furchtlos und las ihn wiederholt durch, ohne daß mich Schmerz oder Wehmuth ergriffen hätte. Aehnlich lernt wohl ein Kind mit der hohlen Larve ſpielen, vor welcher es ſich entſetzte, ſolange ſie ihm noch als das Geſicht eines Menſchen galt.
Man nennt mich den Liebling des Publikums. Bei meinem jedesmaligen Auftreten ſchon rühren ſich die Hände zum Applaus. Es regnet Kränze und Bouquets und die geſammte Preſſe ſtellt mich den gefeiertſten


