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Geiſtesthätigkeit gelitten. Der Doctor beruhigt mich zwar hierüber, indem er verſichert, der Kranke ſei bei völlig klarem Verſtande, aber er wird mich wohl nur tröſten wollen, damit ich mir keine Gewiſſensbiſſe mache. Es iſt unheimlich, wie Nielſen meinen Widerwillen ignorirt. Er iſt noch immer feſt überzeugt, daß ich kein größeres Glück kenne, als ſeine Frau zu werden. Wenn er mir Vorwürfe machte, die Stube mit Klagen und Schmer⸗ zensgeſtöhn erfüllte, ich wollte es ruhig ertragen. Aber ſein altes teufliſches Lächeln und jene Sicherheit, mit der er mich als ſein Eigenthum betrachtet, haben den letzten Funken reuigen Mitleids aus meiner Bruſt geriſſen. Ich gehe nie wieder zu ihm und faſt fürchte ich den Zeitpunkt, wo er ge⸗ neſen ſein wird und das Zimmer nicht mehr zu hüten braucht.
Es iſt auffallend, mit welcher Lebhaftigkeit ſich jetzt wieder meine Gedanken mit Adelinen beſchäftigen. Ich weiß nicht, wie es kommt, daß ich über vergangene Stunden und Augenblicke, mit denen ſie verflochten iſt, jetzt ſtreng zu Gericht ſitze. Ich denke an jenen Abend, wo ſie vor dem Balle plötzlich unwohl wurde, und be⸗ greife kaum, wie ich nicht ſchon früher auf die Ver⸗ muthung kam, daß ſie mich nur durch ihre ins beſte Licht geſtellten Reize hatte überraſchen und blenden wollen. Ich habe mir ſonſt oft die Stunde zurückgewünſcht,


