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beſitzt nicht eine einzige Freundin, mit der ſie in inti⸗ merem Umgang ſteht. Die Mutter hat derartige Verhält⸗ niſſe nie begünſtigt und aus Liebe zu ihr hat Roſa dem innigern freundſchaftlichen Verkehr entſagt und ſich daran gewöhnt. Ihre höchſte Freude ſind die Lieder, die ſie ſingt, und ihr Piano. Sie hat ihre Geſangſtudien mit großem Eifer betrieben, und obwohl ihre Kunſtfertigkeit bereits weit über das Dilettantiſche hinausragt, genießt ſie trotz⸗ dem noch immer den täglichen Geſangsunterricht eines der anerkannteſten Meiſter der Stadt. Wenn ſie in den Abendſtunden ſich ans Klavier ſetzt und ihre Stimme ſich dann zuweilen bis zu dramatiſchem Ausdruck erhebt, da lauſcht die Mutter athemlos; aus ihren Augen ſtrahlt ein ſeltſames Feuer und eine Art fanatiſcher Begeiſterung ergreift ſie, wenn unter der Kraft der Töne die Fenſter leiſe erzittern. Oft unterbricht ſie Roſa mitten in den ſchönſten Stellen durch laute Bravorufe und ſchallendes Beifallklatſchen, und die Liebkoſungen, womit ſie Roſa nach beendetem Geſange überſchüttet, ſind ſo ungeſtüm, 4 daß Roſa oft lächelnd den Kopf dazu ſchüttelt.
Ohne alle muſikaliſche Bildung, hat Frau Stuben⸗ rauch, ſeitdem ſich Roſa's geſangliches Talent entſchieden hat, ein wahrhaft wunderbares Verſtändniß für dieſe Kunſt entwickelt. Seit Jahren beſucht ſie mit ihrer Tochter jede Opernvorſtellung, ſie weiß zu jeder Opernmelodie
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