Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
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eines benachbarten Gartens und ſieht Thurmkuppeln, Maſt⸗ ſpitzen und die Fenſter weitentfernter Häuſer im Abend⸗ roth ſchimmern; wo andere Leute Wände mit Tapeten er⸗ blicken und erſt Thüren öffnen müſſen, da ſchreitet ſie wie ein Geiſt ungehemmt hindurch und die freien Lüfte ſpielen mit ihren Locken; was Andere ihr Wohnzimmer nennen, wo ſie in ihren beſten Kleidern ſitzen und Geſell⸗ ſchaften geben und wohin ſie leicht und bequem auf einer ſichern, breiten Treppe gelangen, das nennt ſie ein ſtau⸗ biges, aber gut geeignetes Verſteck, in dem man ſich die Kleider beſchmuzt und an Spinneweben ſtreift und das man nur durch waghalſiges Klettern erreichen kann.

So lebhaft ſie ſich noch den Hof vorſtellen kann, ſo unklar iſt ihre Erinnerung an die Zimmer, welche einſt die Rendantenfamilie bewohnte. Sie kann in die Zimmer hinüberſehen, aber ſie haben ſich im Laufe der Zeit vor ihren Augen ſo oft verwandelt, ſind ſo häufig, je nach Geſchmack und Bedürfniß der Bewohner, neu tapezirt, ja ſogar durchbrochen und dann wieder durch Verſchläge in mehrere kleine Piècen abgetheilt worden, daß es ihr oft vorkommt, als müſſe ſich die Stube, in welcher ihr einſt eine Frau einen ganzen Haufen Spielzeug auf⸗ bürdete, damit ſie ginge und nie wiederkäme, an einem ganz entgegengeſetzten Ende der Welt befinden.

Roſa lebt von der Welt ziemlich abgeſchloſſen; ſie