Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
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Sprung über den Graben mit in den Kauf nehmen, und dieſem Sprunge glich der Händedruck, mit dem Karl in der Ueberwältigung des Augenblicks ſein Wort verpfändete.

Adeline bereitete ſich zum Gehen. Karl drückte den erſten heißen Kuß auf ihre Lippen, die ſie ihm entgegen⸗ brachte. 4

Adeline, ſagte er feierlich,dieſes erſte Liebeszeichen ſei auch das letzte, ſolange Du den Namen Achtern trägſt. Du ſtehſt zu hoch, zu herrlich vor mir; nie, nie darfſt Du durch die Flecken des Verraths, der Untreue entſtellt werden. Dies ſei mein Troſt in meiner Hoffnungsloſig⸗ keit, dies mache mich des Geſchenkes werth, das ich heute von Dir annehme.

Er konnte es nicht entziffern, das Geheimniß, welches während ſeiner tugendhaften Worte in dem braunen Auge

lag, das ſich zu ihm aufſchlug. Vielleicht war es das zer⸗

ſtreute Nicken auf eine unverſtandene Frage; vielleicht war es die Andacht einer ſchönen Sünderin, wenn ſie betet einer ſchönen, aber einer Sünderin! Er wußte es nicht, aber es quälte und beunruhigte ihn, und als ſie fort war, empfand er nicht die ſelige Ruhe, welche das ſüße Be⸗ wußtſein, von einem Weibe geliebt zu werden, zurückläßt. Er lehnte die heiße Stirn an das Fenſter und ſah noch lange nach der leuchtenden Mondſcheibe, die durch düſteres Gewölk herabblickte wie durch ein zerriſſenes ſchwarzes Gewand.