Teil eines Werkes 
4. Bdchen (1831)
Entstehung
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Es waͤre ja aber auch leicht moͤglich, daß ſeine Frau vor ihm ſterbe, und dann beuge das wech⸗ ſelſeitige Teſtament allen Weiterungen mit ihren Verwandten vor. So raiſonnirte er auch ſpaͤter üͤber ſich, als die Freunde den Tod ihm ſchon auf den Lippen ſitzen ſahen. Das Teſtament uͤbrigens, da deſſen Faſſung Hoffmann gewiß Ehre macht, ſcheint der Aufbewahrung nicht unwuͤrdig, und iſt darum in den Beilagen mit abgedruckt worden.

In der Mitte des April traf ihn ein harter Schlag. Hippel, der, wie Hitzig, faſt keinen Tag voruͤbergehen ließ, ohne ihn zu ſehen(ſeine Weinhausgenoſſen hatten ihn zum Theil verlaſſen, ſeitdem er an das Krankenlager geheftet war; zum Theil waren ſie ihm zuwider geworden, und er hatte, wie bereits fruͤher bemerkt, freiwillig gelobt, den ſchlechten Umgang zu meiden, ſobald er wieder geneſen), Hippel war genoͤthigt, in ſeine Heimath zuruͤckzufehren. Schon mehrere Abende hintereinander hatte er Hoffmann beſucht, um ihn mit der Naͤhe des Scheidens bekannt zu machen, aber nicht den Muth dazu faſſen koͤnnen. Seine Mißſtimmung war dem Kranken aufgefal⸗ len, und faſt jeden Abend der Gegenſtand ſeines Tadels geweſen; am meiſten den letzten vor der Abreiſe, den 14. April 4822. Hippel konnte Hoff⸗ mann die Wahrheit nun nicht laͤnger verbergen. Er gerieth daruͤber außer ſich. Es ſchien, als ob

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