72 ſeyn, als es wollte, wenn alle anderen ſich nach Hauſe begaben, noch in das Weinhaus, um dort den Mor⸗ gen zu erwarten; früher in ſeine Wohnung zurück⸗ zukehren, war ihm nicht gut möglich.
Man denke hiebei aber nicht etwa an einen ge⸗ meinen Trinker, der trinkt und trinkt, aus Wohlge⸗ ſchmack, bis er lallt und ſchläft; gerade das Umge⸗ kehrte war Hoffmanns Fall. Er trank, um ſich zu montiren; dazu gehörte Anfangs, wie er noch kräf⸗ tig war, weniger; ſpäter, natürlich mehr;— aber war er einmal montirt; wie er es nannte, in exo⸗ tiſcher Stimmung, die, oft bei einer halben Flaſche Wein, auch nur ein gemüthlicher Zuhörer hervor⸗ rufen konnte, ſo gab es nichts Intereſſanteres, als das Feuerwerk von Witz und Eluth der Fantaſie, das er dann unaufhaltſam, oft fünf, ſechs Stun⸗ den hintereinander, vor der entzückten Umgebung aufſteigen ließ. War aber auch ſeine Stimmung nicht exaltirt, ſo war er im Weinhauſe nie müßig, wie man ſo viele ſitzen ſieht, die nichts thun, als nip⸗ pen und gähnen; er ſchau'te vielmehr mit ſeinen Falkenaugen überall umher; was er an Lücherlich⸗ keiten, Auffallenheiten, ſelbſt an rührenden Eigen⸗ heiten, bei den Weingäſten, bemerkte, wurde ihm
acht bis eilf, bei**, wo wieder vernuͤnftige Leute Rum mit Thee tranken,“— und, beide Kreiſe waren hiedurch vollkommen characteriſirt.


