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Fernando's Verklärung ſinnlich dargeſtellt. Dem Sarg entſchwebte, ſo bald er, von den Mauern von Tanger herabgelaſſen, ſich in den Händen der Chriſten befindet, Fernando's Luftgeſtalt: gleich darauf röthet ſich der Himmel, und man ſieh't die Geſtalt des auf Wolken thronenden Chriſtus, vor dem Fernando knieet. Dieſe Erſcheinung war ganz luftig und durchſichtig, ſo daß man die Gegenſtände hinter ihr(Mauern, Thürme ꝛc. von Tanger,) wie im Nebel, gewahr wurde, und ſo ſchien das Ganze nur der Reflex eines himmliſchen Schauſpiels, das die Mohren zu Boden ſchlug, von den Chriſten aber in knieender Anbetung betrachtet wurde. So wie bei Julia's Emporſteigen mit dem Kreuze, er⸗ tönten auch hier feierliche Akkorde aus weiter Fer⸗ ne. Weniger intereſſirte die Brücke von Manti⸗ ble, und das wohl aus dem Grunde, weil der Geiſt der Chevalerie, den dieſes Schauſpiel athmet, dem großen Publikum ganz entfremdet iſt. Unſere Bühnenritter, die ſich gar unziemlich gebehrden, ſind wohl nichts weniger als jene romantiſche Che⸗ valiers, die ſich ſo keck und muthig in Liebe und Krieg bewegen, und der Ritterzug Kaiſer Karls gegen den prahlenden Mohren Fierabras, der grüne Fluß, die magiſche Brücke, alles kommt dem Zu⸗ ſchauer vor, wie es wirklich iſt, nehmlich— ſpaniſch. Dieſes herrliche romantiſche Schauſpiel, mit ſeinen Maſchinen und Dekorationen, erfordert ein großes


