14 und dies möchte zur Zeit wohl eine ſeltene Er⸗ ſcheinung im Theater ſeyn. Unter den neuen ſoge⸗ nannten gangbaren Stücken, findet dieſes Schan⸗ ſpiel gar keinen Maaßſtab, nach dem es gemeſſen werden könnte: die Perſonen ſind nicht mit Stand und Charakter individualiſirt, und erhalten dadurch eine gewiſſe Allgemeinheit; um ſo weniger wird aber der Zuſchauer zerſtreut, und von der Haupt⸗ tendenz zur Betrachtung des Einzelnen hingezogen. Darin mag es eben liegen, daß die Tendenz des ſtandhaften Prinzen nicht ſo allgemein, nicht ſo klar, von dem großen Publikum aufgefaßt wurde. Hier erſcheinen Fürſten, Könige ꝛc.;— der Zu⸗ ſchauer(es iſt immer von der M aſſe des Publi⸗ kums die Rede,) denkt an ein Ritterſtück, nud ſein Urtheil iſt befangen. Manche fanden es für einen Prinzen und Helden wie Don Fernando, nicht an⸗ ſtändig, ſich ſo tief vor dem König zu erniedri⸗ gen, und bewieſen dadurch, daß ſie die Idee des Stücks, das Märtyrerthum Don Fernando's, der, ſtandhaft im Glauben jede Schmach erduldet, nicht aufgefaßt hatten. Uebrigens fand indeſſen auch dieſes Schauſpiel bei den Publikum den beſten Ein⸗ gang, und wurde mehrmals bei beſetztem Hauſe wiederholt. Dekorationen und Maſchinerieen, die im Stücke nicht vorgeſchrieben, aber im Geiſt des Ganzen angeordnet waren, dienten den Zuſchauern zum beſſern Verſtändniß, denn auch hier wurde Don
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