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der Richtung des Fingers folgten, glaubte ſie Montgomery aus dem Dun⸗ Mkeel hervortreten und mit ausgebreiteten Armen auf ſie zueilen zu ſehen. Als ſie ſich aufrichten und ihm entgegengehen wollte, erwachte ſie, und aach! es war nur ein Traum geweſen. Dennoch fühlte ſie ſich getröſtet.
Wenn uns die Wirklichkeit verläßt, ſo müſſen wir unſer Glück, die Er⸗.
1 fullungen unſerer Hoffnungen und Wünſche, nur gar zu oft in Träumen 3 und Viſionen ſuchen! 3 4 Bis jetzt hatte ſie weder Gilmore, noch irgend einen andren Menſchen geeſehen, außer dem Negermädchen, das ihr täglich einmal Brod und Waſſer brachte, und ſich zwar zu ſcheuen ſchien, ein Geſpräch anzuknüpfen, da es wahrſcheinlich draußen im Gange belauſcht wurde, ihr aber doch ein durch Colter's Vermittelung in ihre Hände gelangtes Billet von Caſſy zu⸗ ſteckte, worin dieſe ſie bat, aus dem Hauſe zu fliehen, falls es ihr möglich ſei, ihr ſagte, wohin ſie gehen ſolle; und ihr verſicherte, daß ihre Freunde in der Nachbarſchaft über ſie wachten. 1 Am dritten Abend ohngefähr um die nämliche Zeit, als ich mit Mont⸗ omery, von dem ich mich nicht trennen und den ich nicht allein ein ſo ge⸗ Fährliches Wagſtück unternehmen laſſen wollte, unſere Wohnung verließ, um Eliſa aufzuſuchen, öffnete Gilmore, nachdem er ſeinen Muth mit Wein geſtärkt hatte, die Thür ihres einſamen Zimmers und trat ein. Sie hatte ſeine Schritte auf der Treppe gehört und ſich auf das Zuſammentreffen mit ihm vorbereitet, indem ſie ſich in eine Ecke hinter einen kleinen Tiſch zurückzog, der nebſt einem Stuhle und einer alten Matratze die ganze Ausſtattung ihres Gefängniſſes bildete. Als er auf ſie zukam, befahl ſie ihm in gebie⸗ teriſchem Tone, ihr nicht zu nahe zu kommen, und zog zu gleicher Zeit ein kleines Stilet hervor, welches ihr Montgomery, als ſie New⸗York verließ, ſcherzend an einer goldenen Kette um den Hals gehängt, und dabei geſagt hatte, daß ſie die Reiſe nach New⸗Orleans allein machen werde und daher einer Waffe zu ihrer Vertheidigung bedürfe.
Er lachte beim Anblick des winzigen Dolches, blieb aber ſtehen, zog den einzigen Stuhl zu ſich, ſetzte ſich darauf und begann ihr eine halb juriſtiſche, halb theologiſche Vorleſung über die Thorheit und Gottloſigkeit des Widerſtandes gegen die geſetzliche Gewalt, und über die Nothwendig⸗ keit der Fügung in die göttlichen Rathſchlüſſe, zu halten. Er ſagte ihr, daß Widerſtand und Ungehorſam eben ſo nutzlos als ſündhaft und ver⸗ brecheriſch ſeien, daß ſie vergebens auf Beiſtand oder Hilfe von irgend einer Seite hoffe, daß es Caſſy nicht beſſer als ihr gehe, denn ſie ſei am Tage vorher in die Sklaverei verkauft worden, und daß ſich Montgomery, welcher an demſelben Abende von New⸗York eingetroffen ſei, bereits in den Händen des Mr. Agrippa Curtis befinde, welcher ihn zuvörderſt für ſeine Inſolenz gebührend beſtraft habe, und ihn auf eine Pflanzung am Red⸗River zu vermiethen gedenke. Sie habe daher keine Hoffnung, ihn jemals wieder zu ſehen.
Bei dieſen gefühlloſen Worten, deren Unwahrheit Eliſa natürlich nicht ah⸗ nen konnte, wurde das arme Mädchen, die um ihren Geliebten noch mehr als uunm ſich ſelbſt beſorgt war, leichenblaß, und das Stilet entſiel eben ihrer Hand, als Montgomery die nur angelehnte Thür aufſtieß und in's Zim⸗ mer trat. 3 4
Als wir die Straße, in der ſich Gilmore's Haus befand, erreichten, hatten wir den treuen Colter auf der Lauer gefunden. Er hatte von den Dienern erfahren, in welchem Zimmer Eliſa gefangen gehalten wurde.


