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Curtis, anvertraut und von dieſem in Boſton in einer vornehmen ariſto⸗ kratiſchen Erziehungsanſtalt für junge Mädchen untergebracht wurde.
Nachdem Montgomery zwei bis drei Jahre in einem Lehrinſtitute Neu⸗England's zugebracht hatte, war er in ein New⸗Yorker Comptoir einge⸗ treten und vor Kurzem durch ſeinen gütigen Wohlthäter in den Stand geſetzt worden, ſelbſt ein Handelsgeſchäft errichten zu können.
Caſſy's Monatsgehalt war im Laufe der Jahre und durch Zurechnung der Zinſen, welche ihr Mr. Curtis gewährte, zu einer ziemlich bedeutenden Summe angewachſen. Dieſes Kapital hatte er vor einiger Zeit zum Ankauf eines kleinen Hauſes mit Garten in der Vorſtadt verwendet, und Caſſy hatte daſſelbe nachher bezogen, da Mr. Curtis ſeiner Geſundheit wegen eine Reiſe durch die nördlichen Staaten und nach Europa zu machen beabſichtigte.
So weit war es ihr, wie ſie ſagte, ſtets wohl gegangen, als ob ſie ein auserwählter Liebling der Vorſehung geweſen wäre, nur daß ſich die Erfüllung ihrer Hoffnungen, mich wieder zu ſehen, ſo lange verzögert hatten. Plötzlich aber war dieſes Glück, deſſen ſie ſich ſo lange erfreut hatte, durch einen unerwarteten furchtbaren Schlag zertrümmert worden. Es lief die Nachricht ein, daß Mr. Curtis auf dem Wege nach Boſton durch das Zer⸗ ſpringen eines Dampfkeſſels während der Fahrt auf dem Ohio ſchwer verletzt worden ſei, und nicht lange darauf kam die Meldung von ſeinem Tode. Als dieſer vor wenigen Wochen erfolgte, war Montgomery in New⸗York in ſeinem Geſchäft thätig, und Eliſa noch in Boſton in der Erziehungsanſtalt. Sie war ein ſchönes feingebildetes Mädchen geworden; die mit ihrem großen dunklen Feueraugen, ihren langen rabenſchwarzen Haaren und ihrem brünetten Teint den vollkommenſten Gegenſatz zu dem in jenen Gegenden vorherrſchenden blonden Typus der Schönheit bildete. Sie beſaß überdies eine Grazie und Eleganz, wie man ſie in Neu⸗England, wo Jedermann mehr oder weniger ſteif iſt, nur ſelten findet, und dabei die ganze Lebhaftigkeit und Munterkeit eines Vogels, ohne die mindeſte Bei⸗ miſchung von der unweiblichen Derbheit und ſpröden Ziererei, welche der Liebenswürdigkeit der meiſten Boſtoner Damen ſo großen Eintrag thut. Dies ſind übrigens kritiſche Bemerkungen, welche von Eliſa herrühren, nicht von mir, und deren Richtigkeit ich daher nicht verbürgen kann.
Sie galt für die einzige Tochter des reichen Mr. Curtis von New⸗ DOrleans und ſeiner vor vielen Jahren verſtorbenen Gattin, einer ſpaniſchen Kreolin. In Folge deſſen ſtand das reizende Mädchen allgemein in dem
Rufe, eine reiche Erbin zu ſein; ſie war daher der Gegenſtand zahlreicher Huldigungen, und einige junge Boſtoner Ariſtokraten machten ihr ſogar Heirathsanträge, denen ſie aber keine Beachtung ſchenkte, da ſie ſchon ſeit ihrer früheſten Kindheit mit Montgomery verlobt war. 3
Sobald Mr. Agrippa Curtis von dem ſeinem Bruder zugeſtoßenen Unfalle Nachricht erhielt, war er nach Pittsburg gereiſ't, wo Jener ſich damals befand, und drei bis vier Wochen darauf kehrte er mit der Bot⸗ ſchaft von ſeines Bruders Tode zurück.
Während Eliſa mit dem ganzen, ihrem Alter angemeſſenen Schmerze dieſen Trauerfall beweinte, ſah ſie ſich plötzlich von ihren bisherigen Schul⸗ freundinnen auffallend vernachläſſigt. Sie ſollte die Urſache dieſes ihr unerklärlichen Benehmens bald erfahren. Während ſie ſich noch den Kopf darüber zerbrach, erhielt ſie von der Vorſteherin ein Billet, mit welchem dieſe ihr ankündigte, daß ſie die Schule nicht länger beſuchen dürfe. Cs hatte ſich nämlich das Gerücht verbreitet, daß Eliſa afrikaniſches Blut in


