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ſte zu verkaufen; er hatte jedoch alle derartigen Gebote zurückgewieſen, denn er ſetzte einen beſonderen Stolz darein, das ſchnellſte Pferd, die ſchönſte Dirne und die trefflichſte Meute im„alten Lande“ zu beſitzen.
Es mag manchen Leuten in andern Theilen der Welt ſonderbar er⸗
ſcheinen, daß Oberſt Moore als ein Mann, wie ich ihn beſchrieben habe,
eine Maitreſſe halten und der Vater von illegitimen Kindern ſein konnte;
dergleichen Perſonen müſſen ſich jedoch über den Zuſtand der Dinge in den 4
Sklavenſtaaten von Amerika in völliger Unwiſſenheit befinden.
Oberſt Moore war mit einer liebenswürdigen Frau verheirathet, welche er gewiß liebte und achtete, und von der er im Laufe der Jahre zum gluͤck⸗ lichen Vater von zwei Söhnen und eben ſo viel Dieſer Umſtand hinderte ihn indeſſen eben ſo wenig wie irgend einen an⸗ dern amerikaniſchen Pflanzer, unter ſeinen zahlreichen Sklavinnen auf Spring⸗meadow, wie ſein Gut hieß, ſeinem finnlichen Temperamente den
freieſten Spielraum zu laſſen. Viele von den jungen Mädchen rühmten ſich
ſeiner vorübergehenden Aufmerkſamkeiten, aber er hatte faſt nie mehr als
meines Vaters in vollem Maße auf mich übergegangen, und was natürliche Gaben des Geiſtes und Körpers betraf, ſo kann ich dreiſt behaupten, daß
er inehr Grund hatte, auf mich ſtolz zu ſein, als auf irgend einen von ſeinen legitimen und anerkannten Söhnen.
Drittes Kapitel.
Daß die Erziehung, welche am frühzeitigſten beginnt, die wirkſamſte ſei, iſt eine Marime, die man in dem Theile der Welt, wo mich mein Unſtern geboren werden ließ, vollkommen begreift. Da es dort zuweilen vorkommt, daß die eine Hälfte der Kinder eines Mannes als Herren, und die andere Häͤlfte als Sklaven geboren wird, ſo hat man hinlänglich er⸗ kannt, wie nothwendig es iſt, ihnen bei Zeiten die Disciplin beizubringen, welche dazu gehört, um ſie für dieſe ſehr verſchiedenen Stellungen zu er⸗ ziehen. Es iſt demnach eine allgemeine Sitte, daß dem jungen Herrn faſt von der Stunde ſeiner Geburt an ein kleiner Sklave von ungefähr gleichem Alter beigegeben wird, an welchem er, ſobald er allein gehen kann, ſeine Lehrzeit in der Tyrannei beginnt. Nun traf es ſich, daß in weniger als einem Jahre nach meiner Geburt Oberſt Moore von ſeiner Gattin mit ihrem zweiten Sohne James beſchenkt ward und ich wurde, während wir Beide noch unbewußt in unſeren Wiegen ſchlummerten, meinem jüngeren Bruder in aller Form als Leibdiener überwieſen. In dieſer Eigenſchaft, als Maſter James Burſche, finde ich mich zuerſt, wenn ich in meinen Er⸗ innerungen zurückgehe. 3
Die naturlichen und gewohnlichen Folgen davon, daß man einem
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