Teil eines Werkes 
2. Theil (1823)
Einzelbild herunterladen

284

Irenen morden, die Wuth machte ſeinen Hieb unſicher, und mit geſpaltenem Ge⸗ ſicht ſtuͤrzte die Kaiſerin nieder. Auf der Stufe des Altars floß ihr Blut, unter den Haͤnden der Raͤuber endete eine der edelſten Fuͤrſtinnen ihr frommes Leben.

Irene erwachte aus dem Todesſchlum⸗ mer, in welchen der Mord ihrer erſten Freundin, ihrer Mutter, ſie verſetzt hatte. Sie ſchlug die Augen auf, eine Todesſtille umgab ſie, obgleich ein Haufen jener Anfuͤhrer um ſie herumſtand. Sie ſah nicht danach hin. Allein beſchaͤftigt mit dem furchtbaren Anblick der gemorde⸗ ten Kaiſerin, die blutig vor ihr lag, ſtuͤrzte ſie unter einem lauten Jammergeſchrei auf die gemißhandelte Leiche, als ein Tuͤrke von hohem Anſtande, von einer edlen Miene ſich ihr nahete, und ſie aufrichtete. Wie aus einem fuͤrchterlichen Traume er⸗ wachend, blickte Irene auf. Sie hatte dieſen Tuͤrken unter andern Verhaͤltniſſen ſchon geſehen, ſein Geſicht war ihr be⸗ kannt, wurde ihr immer bekannter; aber wer wuͤrde verlangen, daß ſie in dieſem Tuͤrken Mahomed haͤtte wieder erken⸗ nen ſollen? Und wirklich war er es, eben der Mahomed, dem ſie aus jener Felſen⸗ hoͤhle entflohen war.

Die Stadt war erſtuͤrmt, als Maho⸗ med an der Spitze ſeines praͤchtigen Ge⸗

V