5 14 ſam ſaß ich auf meinem Zimmer— ich ſah gedankenvoll und nicht ohne bange Ahndung durch das Fenſter in den Abteygarten, als ich bemerkte, daß ei⸗ ne Figur den Gang herauf kam, den der Vohlmond erhellte. Ich ſah auf⸗ merkſamer hin— der Menſch ſchlich mit Vorſicht naͤher— verſchwand dann wieder, und ehe ich mich recht beſann, wer es ſeyn koͤnne, ſtand Pietro unter meinem Fenſter. Sobald er mich be⸗
merkte, ſagte er mir leiſe, daß ich das
Licht verloͤſchen moͤgte. Ich that es, und nun erſtieg er mit meiner Hülfe das Fenſter.—„Gott und der heili⸗ gen Jungfrau ſey. Dank!“ ſägte er, als er auf meinem Zimmer war.— „Ich bleibe die ganze Nacht bei Ihnen, denn ich habe viel, ſehr viel auf mei⸗ nem Herzen, das Sie wiſſen muͤſſen.“ —„Wer weiß, wer dem andern mehr


