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Der Cid : nach spanischen Romanzen / besungen durch J. G. von Herder. Mit einer historischen Einleitung durch Johann von Müller
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der ſeinen Bruder zu Huͤlfe geſandt. Bald nach dieſem ging der große Don Fernando, prangend mit dem Lorbeer vieler arabiſchen Siege, aber befleckt mit dem Blute wenigſtens Eines Bruders und ſei⸗ nes Schwagers ⸗3), zu ſeinen Vaͤtern. Drei Soͤhne hinterließ er, durch einander ungluͤcklich; zwei ſtar⸗ ben unnatuͤrlich; der dritte, groͤßte, Alfonſo, hinter⸗ ließ von ſechs Gemahlinnen keinen Sohn, ſondern eine zum Ungluͤck geborne, verruchte Tochter. Nicht Macht, nicht Reduer ſchirmen ein blutbedecktes Ge⸗ ſchlecht; das moͤgen die Gewaltigen der Geſchichte glauben.

Des Ruy Diaz, unter Fernando aufbluͤhende Jugend haben die Dichter mit der Maͤhr mancher Abenteuer geſchmuͤckt, welche zum Theil uͤbel erfun⸗ den, aber wohl beſungen, zum Theil aus Veranlaſ⸗ ſungen ſeiner ſpaͤteren Jahre genommen ſeyn mag⸗ Dem Geſchichtforſcher, beſtimmte Beweiſe und ge⸗ naue Angaben ungern vermiſſend, leuchten aus den urkunden ſelbſt ſo fruͤhe Spuren ganz ausgezeichne⸗

ten Ruhms entgegen; zu groß erſcheint in aͤchten Geſchichten Pimena, die zaͤrtliche maͤnnliche Frau; zu freudig wiehert, in Sagen und Liedern, Babieca, das ſtreitluſtige Roß, um grauſam abzufprechen,

23) Des letzten Königs von Leon.