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Der Cid : nach spanischen Romanzen / besungen durch J. G. von Herder. Mit einer historischen Einleitung durch Johann von Müller
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wo vieles die Zelt noch erklaͤren, und ferneres For⸗ ſchen zeigen duͤrfte, daß das unerwieſene nicht immer unerweislich bleibt.

Koͤnig Sancho von ganz Caſtilien, der Starke, der Erſtgeborne Fernando's, hatte ſchon als Kron⸗ prinz ²9) den Ruy Diaz mit ungemeiner Liebe und bald vollem Vertrauen ſich zugeeignet. Nie als El Moktadir mit Zaragoza unter des Vaters Joch ge⸗ bengt ³⁰), nie als eben dieſer Emir gegen Arrago⸗

29) Dieſes iſt daraus erweislich, weil Sancho ſchon zwei Jahre vor dem Tode ſeines Vaters den Cid bei Grados wahrlich als Mann zur Seite hatte. Ri ſco hat, oh⸗ ne dieſes zu bedenken, die Ausſage der Chronikwie Sancho den Cid zu ſich genommen auf das Jahr 1065, wo er den caſtiliſchen Thron beſtieg, ausgelegt. Dieſer Mißgriff bewog ihn, in Zeiten Fernando's dem Cid alle Thätigkeit abzuſprechen. Wie daß der gelehrte Mann vergaß, daß noch bei des Vaters Leben guch Don Sancho König(von Celtiberien) hieß! Dieſe Berichtigung rettet eine Menge Ueberlieferun⸗ gen von dem Vorwurf der Unmöglichkeit, macht auch unnöthig, ſein Geburtsjahr von 1025 über zwanzig Jahre weiter herabzuſetzen. Es iſt eine, auch unter uns nicht unbekannte Krankheit gelehrter Männer, bei der Entdeckung einer noch ungebrauchten Quelle mit Wegwerfung alles bisher Angenommenen, beſon⸗ ders der Ueberlieferungen, anzufangen; ſorgfältige Prüfung würde rathſamer ſeyn.

30) Im Jahr 1049. Wenn, wie Riſco ſelbſt nicht läug⸗ net(nur mag die Jahrzahl ihm nicht gegenwärtig geweſen ſeyn), auch dieſen Zug der Cid mithielt, ſo wird obbemerktes noch weit auffallender beſtätiget, und