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Der Cid : nach spanischen Romanzen / besungen durch J. G. von Herder. Mit einer historischen Einleitung durch Johann von Müller
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6. teres wird der Schuͤchternheit gewoͤhnlicher Men⸗ ſchen, und jenes dem guten Willen zu vergeben ſeyn, von den Geſchichten des Erhabenen ſich z naͤhren, deſſen bloßer Name Aufruf zur Tugend iſ Wenn, nach des Schickſals Laune, der in ſeiner Klaſſe Vollkommenſte, unvollſtaͤndig bekannt, in ei⸗ nem gewiſſen Helldunkel erſcheint, ſo wird er dem Volk Romanheld, hoͤheren Gemuͤthern Ideal.

Der Held voll Schoͤnheit, Kraft und Bildung,

wie der Juͤngling, der Grieche, ihn wollte, erſcheint

im Achill. Rauher ſind, hoͤher, haͤrter, blutiger, keuſcher, des kalten Nords gewaltige Soͤhne, cale⸗ doniſche, ſcandinaviſche, nibelungiſche Krieger. Was Ehre, Gott und Liebe im Ritterthum erzeugen moch⸗ ten, ſiehe an Don Rodrigo. Alle ſind Maͤnner des Schwertes geweſen. Muth iſt jeder Tugend Quell, Muth iſt jedes Standes Ehre; im allbeſchirmenden, erſten der Staͤnde leuchtet er am glanzvolleſten.

Gemiſcht, gefaͤrbt wird er, nach Zeiten und Sitten,

ſo oder anders, bleibt aber, ſo lang als der Grund⸗

ſaß der Ehre. Das iſt die Ehre, Mann zu ſeyn.

Dieſes beſteht in der Geiſtesgegenwart, Geſchick⸗ lichkeit und Entſchloſſenheit, ſeine Pflicht ganz zu thun. Es gibt keine edlere hiſtoriſche Unterſuchung⸗ als wie große Menſchen hiezu ſich am vollkommen⸗ ſten entwickelten. Darum wollen wir die Thaten