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Johann Gottfried von Herder's Blumenlese aus morgenländischen Dichtern / Johann Gottfried von Herder. Herausgegeben von Johann von Müller
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ſich ſonſt immer gedacht hatte, ließ ſie ſich das Opfer gefallen; alle Anſtalten wurden gemacht, und un⸗ . ter den verſchiedenſten Gemuͤtysbewegungen der Theilnehmenden Tag und Stunde erwartet. Indeſſen machte ſich Haſſan, ſo hieß ber Tag⸗ loͤhner, auch zum Vermaͤhlungsfeſte bereit. Aus dem Zimmer der Peinzeſſinn hatte er eine Perlen⸗ ſchnur entwandt, und durch den Verkauf Einer Perle gewann er ſo viel, daß er ſich anſchaffen konnte, was er zu ſeiner hochzeltlichen Erſcheinung noͤthig glaubte. Er kaufte ſich einen gruͤnſeidenen Talar, einen Guͤr⸗ tel um die Bruſt, und Zeuge von allen Farben, ſei⸗ nen Wagen auszuſchmuͤcken, der ihm ſehr nackt ſchien. Ueber den Sitz woͤlbte er eine Art von Kuppole, ſetzte darauf zwei Laternen mit Lichtern; vor allem aber ſlocht er aus den geſtohlnen Perlen ſich ſelbſt eine Krone. Majeſtaͤtiſch ſetzte er ſich, als die Stun⸗ de nahte, in den Wagen, und rief:zur Terraſſe des Sultans. Der Wagen hoh ſich, die Lichter brannten, viel falſche Steine ſchimmerten auf dem Verdeck des Wagens; ſo ſchwebte er eine Zeitlang uͤber der Terraſſe, auf welcher der Sultan mit den Vezieren und allen Großen ſeines Hofes verſam⸗ melt ſtand, ihn zu empfangen. Als ſie den ſchwe⸗ benden funkelnden Wagen ſahen, fiel alles nieder.

Sey gnaͤdig deinen Knechten! riefen ſie mit Ei⸗ ner Stimme, als Iſrael ſtolz aus dem Wagen trat und die Rechte der Tochter vom Vater begehnrte. Dieſer gab ſie ihm; ſie ſchleden in ihre Gemaͤcher, der Sultan mit ſeinem Hoſgeſinde in die ſelnen. So lebte Haſſan acht froͤhliche Tage mit ſeiner rei⸗