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Johann Gottfried von Herder's Blumenlese aus morgenländischen Dichtern / Johann Gottfried von Herder. Herausgegeben von Johann von Müller
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gel des Todes. Ich komme, deine Seele zu neh⸗ men, und deines Vaters, deiner Mutter, der Ve⸗ ziere, der Generale, des ganzen Hofes und Hauſes Seelen. Erſchrocken fiel ihm die ſchoͤne Prinzeſſinn zu Fuͤßen:Womit, womit hat mein guter Vater 3 dieß ſchreckliche Gericht verdient?Er und du koͤn⸗ nen es von allen abwenden, ſprach der falſche Iſ⸗ rael:denn Liebe zu dir zog mich in dieſen Pallaſt. Vermaͤhlt dein Vater dich mir foͤrmlich, ſo bleibſt du, ſo bleiben alle am Leben, und wir genie⸗ ßen hier im Pallaſt froͤhliche Tage. Naͤchſten Frei⸗ tag erſcheine ich hler um dieſelbe Stunde. Ret⸗ tet euer Leben. Er ſprach's und ging zum Fenſter, wo auf der Terraſſe ſein Wagen ſtand. Stolz ſetzte er ſich hinein.Nach Hauſe, rief er und ſchlug mit der Gerte. Der Wagen hob ſich; die Prinzeſ⸗ ſinn ſah ihn auffahren, hoͤher und hoͤher, bis er nahe der Milchſtraße ihrem Auge verſchwand. Kei⸗ nen Augenblick zweifelte ſte, daß der Erſchlenene der Engel des Todes geweſen; kein Schlaf kam ihr mehr in die Augen, und am Morgen erzaͤhlte ſie die Geſchichte. Sogleich wurden die Veziere verſammelt; der Sultan, der zuerſt alles fuͤr einen Traum halten wollte, trug ihnen die Sache vor:Herr, d

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fen ſie einſtimmig,ſetze dein und unſer aller Leben nicht in Gefahr; mache Anſtalt auf die Zeit, wenn er kommt, und vermaͤhle ihm deine Tochter. Die Prinzeſſinn ward gerufen; aus Liebe zum Vater und weil der Engel ihr ſeine Neigung zu ihr bekannt, auch nicht ſo ſchrecklich erſchienen war, als ſie iha