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und als ihn der Tageloͤhner eben ſo hart wie den Maͤkler angeredet hatte, antwortete ruhig der Kuͤnſt⸗ ler:„Haſt du mich denn ſchon uͤber die Eigenſchaf⸗ ten des Wagens befragt? Du kauſteſt ihn, ohne ſie wiſſen zu wollen, und ich durfte ſie dir jetzt ver⸗ ſchweigen. Das will ich aber nicht. Nimm dieſe Gerte, ſetze dich nach Untergang der Sonne in den Wagen(denn am Tage hat er keine Kraft), be⸗ ruͤhre ihn mit der Gerte und ſprich:„Wagen, flieg⸗ auf! Wagen, flieg' auf!“ Nenne ihm dann den Ort, wohin du willſt, und du nirſt ſeine Wunder⸗ kraft erfahren.“ Freudig verließ der Tageldhner den Kuͤnſtler, konnte den Untergang der Sonne kaum erwarten, als er ſchon, die Gerte in der Hand, im Wagen ſaß, und die magiſchen Worte ausſprach, ohne ſelbſt noch zu wiſſen, wohin die Reiſe gehen ſollte? Ploͤtzllich hob ſich der Wagen, hoͤher und hoͤ⸗ her, faſt ſchon bis zur Milchſtraße empor.„Zum Garten des Sultans hinunter,“ ſprach er ſchnell zum Wagen, und der Wagen ſenkte ſich ſanft nieder.
Auf einer Terraſſe vor einem offenen Fenſter blieb er ſtehen; der Tageloͤhner ſah und ſtieg zum Fenſter hinein; es war das Schlafzimmer der Toch⸗ ter des Sultans; ſie ſchlief bei einer brennenden Lampe. Wie war dem Tageloͤhner, als er vor ihr ſtand! und wie war ihr, als ſie Augenblicks er⸗ wachte! In der Tracht, worinn er erſchien, glaubte ſie einen Raͤuber vor ſich zu ſehen, und bot ihm ſo⸗ gleich alle ihre Koſtbarkeiten, wenn er ſich entfernte. „Ich bin nicht, fuͤr den du mich haͤltſt,“ ſprach der Mann mit der Gerte;„Iſrael bin ich, der En⸗ Herders Werke z. ſchoͤn. Lit. u. Kunſt. IX. 18


