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Neidend ſtand das andre Licht und ſah, daß es die Herrliche nicht zu überglänzen vermochte.„Was ſollen,“ ſprach ſie murrend bei ſich ſelbſt,„zwei Fürſten auf Einem Thron? Warum muß ich die Zweite und nicht die Erſte ſeyn?“—
Und plötzlich ſchwand, vom innern Grame verjagt, ihr ſchönes Licht hinweg. Hinweg von ihr floß es weit in die Luft und ward das Heer der Sterne.
Wie eine Todte bleich ſtand Luna da, beſchämt vor allen Himmliſchen und weinte:„Erbarme dich, Vater der Weſen, erbarme dich!“
Und Gottes Engel ſtand vor der Finſtern da: er ſprach zu ihr des heiligen Schickſals Wort:„Weil du das Licht der Sonne beneidet haſt, Unglückliche, ſo wirſt du künftig nur von ihrem Lichte glänzen; und wenn
dort jene Erde vor dich tritt: ſo ſteheſt du halb oder 1
ganz verfinſtert da wie jetzt.“
„Doch, Kind des Irrthums, weine nicht. Der Er⸗,
barmende hat dir deinen Fehl verziehen, und ihn in Wohl verwandelt. Geh, ſprach er, ſprich der Reuenden tröſtend zu: auch ſie in ihrem Glanze ſey Königinn. Die Thränen ihrer Reue werden ein Balſam ſeyn, der alles Lechzende erquickt, der das vom Sonnenſtrahl Er⸗ mattete mit neuer Kraft belebet.“
Getröſtet wandte ſich Luna, und ſiehe, da umfloß
ſie jener Glanz, in welchem ſie jetzt noch glänzt: ſie trat ihn an den ſtillen Gang, den ſie jetzo noch geht, die Königinn der Nacht, die Fuͤhrerinn der Sterne. Be⸗ weinend ihre Schuld, mitleidend jeder Thräne, ſucht ſte, wen ſie erquicke; ſie ſuchet, wen ſie tröſte.
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* „Tochter der Schoͤnheit, hüte vor Neide dich. Der Neid hat Engel vom Himmer geſtürzt: er hat die holde Geſtalt der Nacht, den ſchönen Mond, verdunkelt. Das


