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engen, zu engen Kreis geben. Man ſezte hinter den Text der Bibel, was unſtreitig beſſer allein geſtanden haͤtte: man kleidete in ein Bild, in eine Parabel, was lieber eine freie Dichtung werden mochte; man ſahe ſich endlich gendthigt, nach vielen Proben der Weiſen voriger Zeit Arten der Aus⸗ legung feſtzuſetzen, die eigentlich gar keine Aus⸗ legung, ſondern Anwendung, freie Dichtung mit Worten oder nur bei Gelegenheit Eines Worts des bibliſchen Texts waren, deren hoͤchſte Schoͤnheit alſo natuͤrlich dahin ging, mit Worten der Bibel etwas ganz anderes zu ſagen, als der urſpruͤngliche Sinn war; etwas Neues, unerwartet Scharfſinniges und Schoͤnes. Lehrer und Schuͤler wetteiferten hieruͤber; und die Sache iſt jedem bekannt, der nur Einen Bibel⸗Commen⸗ tar dieſes Volks, Eine Sammlung ihrer Spruͤche, Dichtungen und Fabeln geſehen, oder auch nur die Regeln der Auslegung und Erweiterung des Worts ihrer Vaͤter, die ſie ſelbſt geben, geleſen.
Aber nun, was hatte dieſe Dichtungsart, dieſe Einkleidung und Anheftung ſcharfſtnniger Gedanken an die Sprache der Bibel— was hatte ſie fuͤr ein Schickſal, da ſte in die Haͤnde andrer Nationen fiel, die dieß alles fuͤr eigentliche Auslegung des Worts Gottes hielten? Wo der Nabbi am ſcharffinnigſten geweſen war, ward er am duͤmm⸗ ſten; eben wo er den feinſten Witz angebracht hatte, ſchien er ein raſender Schwaͤrmer. Man machte


