wie ſanft und mild jede Stimme um mich her; das Rauſchen der Blaͤtter, das Plaͤtſchern der Wo⸗ gen, das Zwitſchern der Voͤgel!
Hoffentlich ward mir mein öfteres Ueberſchreiten des Verbots, uns kein Bild von dem zu machen, was im Himmel iſt uͤber uns, vergeben. Ich weiß wol, daß kein Auge geſehen, und kein Herz es erfaßt hat, was Denen bereitet iſt, welche Gott lieben, aber ich konnte ſo gern hinauf blicken des Nachts zum Sternenzelte, und Morgens und Abends zu dem oͤſt⸗ lichen und weſtlichen Himmel, und mir einbilden, wie engelgleiche, weiß gekleidete Geſtalten freundlich herabblickten und mir winkten, zu ihnen zu kommen. Innig war auch das Vergnuͤgen, mit welchem ich an alle die dachte, die ich gekannt und geliebt hatte, und die nun entſchlafen waren. Ich rief ſie vor mich; Schatten zwar, aber ihre bleichen Geſtalten waren mir heilig, waren reizend⸗heilig. Auch in meinen Traͤumen hoͤrte ich Muſik, Muſik, wie ſie auf Erden nie in eines wachenden Menſchen Ohr getoͤnt hat, die Toͤne mild, vergebungsvoll, ſanftermuthigend. Wenn ich dann aus ſolchen Traͤumen erwachte, weinte ich ſtille, dankbare Thraͤnen dafuͤr zu dem Gotte der Gnade, und dachte mir, daß mir meine Suͤnden verge⸗ ben ſeyen, und hoffte, hoffte feſt, daß dies wahr ſey.
Aus einem ſolchen Traume erwachte ich eines Morgens, und trat ſanft weinend aus meiner Huͤtte, um mein Fruͤhgebet zu verrichten. Da, als ich in die ruhige See hinaus blickte, bemerkte ich ein gro⸗


