Teil eines Werkes 
2. Theil (1826)
Entstehung
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dern, in reichen Falten herab; darunter aber war ſie in ein blaßgelbes Gewand gekleidet, das mit einem ſilbernen Guͤrtel befeſtigt war. An der Hand fuͤhrte ſie einen zarten, ſchwarzaͤugigen Knaben, mit dichten Locken, die unter einer kleinen, ſchwarzen, ſchirmloſen Kappe dunkel und reich hervordrangen. Der Knabe hatte in ſeiner Kindheit ſchon die gebogne Adlernaſe, welche, wo es auch immer ſeyn moͤge, die ſtolzen Zuͤge des einſt auserleſenen Stammes ſtempelt.

Chriſt, ſagte der alte Mann;ſieh' da das Kind, das Du gerettet haſt; ſieh' meine Tochter, die dankbare Mutter. Es war unſer Dienſtmaͤdchen, das in Liſſabon erſchlagen ward. Unſre geliebte Rahel, ſtaͤrker als jene, trug unſere Stamm-Mutter, die bettlaͤgrig war, hinweg. Noch lebt dieſe unter uns,⸗ als die aͤlteſte Perſon unſers Stammes. Das Kind ſchauderte vor meinem Sklavenkleide, meinem wirren Haare, meiner, von der Arbeit ſchmuzigen Geſichts⸗ farbe, zuruͤck. Aber die Mutter trat naͤher, betrach⸗ tete mich theilnehmend, ſprach einige Worte des Dan⸗ kes und Troſtes, und eilte dann hinaus. Als ſie wiederkam, folgte ihr eine Dienerinn. Dieſe brachte ein Gefaͤß mit Waſſer, damit ich mich reinigen, und koͤſtliche Speiſe und Getraͤnke, damit ich mich ſtaͤrken moͤchte.Iſt denn das Wahrheit? fragte ich mich ſelbſt.War ich denn wirklich ſo gluͤcklich? Nur

freundliche Stimmen um mich her, meine Feſſeln,

von der Hand eines alten Mannes geloͤſet, meine verfaulten Kleider nicht mehr an mir, und das Bad,