Teil eines Werkes 
1. Theil (1826)
Entstehung
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Luͤge Freiheit und ein Wohlleben von zwoͤlf Tagen habe erkaufen wollen. Nirgends fand ich Mitgefuͤhl. Ich war ſelbſt hier auch allein, und jetzt war es keine freundliche Einſamkeit, es war Sklaverei, Peitſche, ſchwere Arbeit, Hunger, ſchmuzi⸗ ges Lager, Verluſt jeder Hoffnung der Befreiung oder Flucht. Haͤtte ich auch jetzt in meine Heimath ziehen wollen, ſie waͤre vor mir geflohen, wie die Er⸗ ſcheinung eines Traumes; jetzt da ich das Gute zu erkieſen gedachte, ſchien die Stunde der Gnade voruͤber! Welch eine Nacht brachte ich zu! Welche Naͤchte, welche Tage nachher! Denn es waren de⸗ ren viele, ehe ich von dem Strohe aufſtehen konnte, auf welchem ich lag. Endlich konnte ich mit Muͤhe auf die halbwunden Fuͤße treten, und da ward ich fortgetrieben mit den Anderen. Taͤglich mußten wir drei Engliſche Meilen weit ins flache Land, um den faulenden Grund eines großen, leeren Waſſerbehaͤl⸗ ters zu reinigen, einer Art von See, der zum Ver⸗ gnuͤgen des Deys wieder angefuͤllt werden ſollte. Hier, in der brennenden Sonne, mußten wir uns ausziehn und in den Sumpf hinabſteigen, von wo aus wir den ſchwarzen, dicken, ſtinkenden Schlamm haufenweis in unſeren Armen und an der Bruſt ge⸗ halten heraufbrachten. Iſt eine ſolche Arbeit fuͤr je⸗

des menſchliche Weſen furchtbar herabwuͤrdigend, ſo

kann man ſich denken, wie ſie es vollends fuͤr mich war, einen jungen Mann von Stand und Vermoͤ⸗ gen, einen Verzaͤrtelten, auferzogen in der Mutter