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gangenheit. Wie oft habe ich in meinem truͤben und begebenheitsreichen Leben mein muͤdes Auge geſchloſ⸗ ſen, um das, wus vor mir lag, nicht mehr zu ſehn, und ruͤckwaͤrts geſchaut auf meine fruͤhere Heimath, bis ich meine brennenden Augenlieder wieder den heiß hervorſtroͤmenden Thraͤnen des Schmerzes oͤffnen mußte. Jetzt weine ich nicht mehr; wer aber meine gerunzelten Wangen ſchaͤrfer betrachten will, kann wohl die tiefgegrabnen Thraͤnenbetten eines Lebens voll Zaͤhren darauf erblicken. Der Spiegel wirft mir jetzt das Bild einer Geſtalt zuruͤck, die ich kaum wie⸗ dererkenne. Meine dichten, ſchwarzen Lockenhaare ſind duͤnn und grau geworden. Mein großes dunkles Auge iſt eingeſunken. Die Kraft meiner Glieder, ſonſt mein eitler Stolz, iſt geſchwunden, und die Welt ver⸗ ſcheucht mich mit ihren rauſchenden Gewaͤndern, wie ein Weſen, das in ihrem frohen und aͤmſigen Ge⸗ draͤnge zu viel iſt.
Doch ſtill! Dieſes Murren iſt Suͤnde.— Ich bin ein verlaßner einſamſtehender Mann, aber ich bin gluͤcklich: ja, gluͤcklich in meiner Hoffnung, und mahlte ich in dieſer Erzaͤhlung irgendwo das ertraͤumte Gut, das ich ſuchte, mit zu hellen Farben, ſo glau⸗
¹ het ja nicht, daß ich noch jetzt es mir erwaͤhlen wuͤr⸗
de; glaubt nicht, daß wenn ich noch einmal meine juͤngeren Jahre verleben koͤnnte, ich belehret, gebildet, und wol auch gebeſſert, wie ich nun bin, ſo innig wie ſonſt an der Erde hangen wuͤrde. Mein Durſt iſt fuͤr immer geſtillt!— Doch zu meiner Erzaͤhlung.


