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Theagenes und Charikleia : ein Roman / aus dem Griech. des Heliodoros, übers. von Karl Wilhelm Göttling
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Leid unter Lachen und Thränen verſchmolz: zum Feſte ward die Trauer: es lächelten, die da wein⸗ ten und freuten ſich unter Thränen: ſie fanden, die ſie nimmer erwartet und verloren, die ſie eben gefunden meinten: der bevorſtehende Mord löſte ſich in ein frommes Opfer. Denn Hydaspes begann zu Siſtmithres:Was iſt hier zu thun, weiſeſter der Männer: den Göttern das Opfer zu weigern iſt ruchlos: zu morden, die ſie uns geſchenkt, unheilig. So müſſen wir bedenken, wie zu handeln ſey!

7 Und Siſimithres nahm das Wort, nicht in griechiſcher, ſondern, daß es alle vernähmen, in äthio⸗ piſcher Zunge:O König, Uebermaß der Freude verdunkelt alſo ſcheint es ſelbſt der klügſten Männer Sinn. So mußteſt du längſt ſchon ahnen, daß die Götter das bereitete Opfer verſchmähen: haben ſie dir die hochbegnadete Charikleia ſelbſt am Opferaltar als deine Tochter offenbart, ihren Pfle⸗ ger mitten aus Hellenenland wie durch Zauber⸗ ſchlag dir zugeführt: dann Schrecken und Schauder auf die geweihten Roſſe und Stiere geſchleudert und zu erkennen gegeben, daß ſie die Weihgabe, die wir für die höchſte hielten, verworfen wiſſen wollen: ſiehe, da zeigen ſie dir zur Krone jegliches Glückes und wie zur Verklärung der Feier den Bräutigam der Jungfrau in dieſem fremden Juüng⸗ ling. So laßt uns der Götter wunderſame Fü⸗ gung ehren, laßt uns eingehen in ihren Schluß, uns halten an ſchuldloſe Gaben und Menſchenopfer auf ewige Zeiten verwerfen!