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Tochter iſt!“ Da vermochte keiner ſich zu mäßigen; ein verwirrtes Getümmel entſtand überall. Siſi⸗ mithres, der ſich lange zurückgehalten, früher ſchon Worte und That verſtand, aber von der Gottheit untrügliche Enthüllung erwartete, lief jetzt auf Cha⸗ rikles zu, umarmte ihn und ſprach:„ſie iſt gerettet, deine vermeinte Tochter, die ich ſelbſt dir zuge⸗ bracht. Sie iſt wahrhaftig als Tochter derer erfun⸗ den worden, von welchen du weißt.“
Da rannte Charikleia aus dem Zelte, weg warf 36
ſie alle Scheu ihres Geſchlechts und ihrer Jugend, wie wahnſinnig und unklug flog ſie daher und ſtürzte zu Charikles Füßen.„O Vater,“ begann ſie, „du mir gleich verehrungswerth mit denen, die mich zeugten. Räche dich, wie du willſt, an mir gott⸗ vergeſſenen, mir Vatermörderin: höre ihn nicht, wer es etwa auf der Götter Willen bezöge und mit ihrer Fügung es entſchuldigte.“ Perſina auf der andern Seite umarmte den Hydaspes und ſprach: no glaube, mein Gemahl, es iſt wirklich ſo: er⸗ kenne in dieſem helleniſchen Jünglinge den Ver⸗ lobten unſerer Tochter— mir hat ſie's eben nach langem Zögern offenbart.“ Und rings jauchzte das Volk in jubelndem Zurufe. Menſchen jedes Alters und Zuſtandes freuten ſich einſtimmig über die Fü⸗ gung: und wenn ſie auch das meiſte im Geſpräch nicht verſtanden, ſo ahnten ſie doch die Wahrheit aus Charikleiens Gebärden: oder war's, daß ſie zur Erkenntniß gelangten durch ein göttlich Walten, das alles ſo wunderſam gefügt, die ſchreiendſten Gegenſätze zu reinem Einklang hob: Freude und


