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Theagenes und Charikleia : ein Roman / aus dem Griech. des Heliodoros, übers. von Karl Wilhelm Göttling
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Prieſter aus Memphis. Ich eilte nach Theſſalien, und foderte ihn von den Oetäern, ſeinen Mitbür⸗ gern: und fand ihn nicht: und ſie hatten mir ihn zum ſchalten, ſelbſt zum Tode, wenn er gefunden würde, wie einen Gottesfrevler, überlaſſen. Für Kalaſtris Schlupfloch hielt ich Memphis, und zog dahin: traf Kalaſiris ſelbſt, aber alſo war es gerecht im Grabe. Sein Sohn Thyamis be⸗ richtete mir indeß alles von meiner Tochter: und wie ſie zum Oroondates gen Syene geſandt ſey: Oroondates und Syene verfehlte ich: denn als ich dorthin zog, ward ich in Elephantine eine Beute des Kriegs und komme nun hieher und flehe um deinen Schutz beim Suchen nach meiner Tochter. Mich unglückſeligen Mann würdeſt du aufrichten und dir ſelber wohlthun, ſo du den Statthalter, der um meinetwillen dich anſpricht, ehrteſt nach Gebühr.

Da ſchwieg er und weinte bitterlich nach ſeiner Rede. Und Hydaspes wandte ſich zu Theagenes: Was ſprichſt du dagegen?Wahr ſind all' ſeine Klagen, erwiderte er,Raub, Unrecht und Ge⸗ waltthat hab' ich an ihm begangen, euch aber be⸗ glückt.So gib ſie wieder, die nicht dein iſt, fuhr Hydaspes fort,daß du rein noch erſcheinſt vor den Göttern: da du den ruhmvollen Tod des Opfers, nicht den ſtrafenden der Rache erleiden ſollſt.,Nicht der Räuber, ſondern wer das ge⸗ raubte Gut beſitzt, iſt verpflichtet es wieder zu geben. Und du ſelbſt haſt es. Gib es wieder, wenn er ſelbſt nicht eingeſteht, daß Charikleia deine