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Theagenes und Charikleia : ein Roman / aus dem Griech. des Heliodoros, übers. von Karl Wilhelm Göttling
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zu nahen. So haſt du den Mann mit bei den andern Geſandten. Schon ſein Aeußeres bürgt fuͤr ſeine Rechtlichkeit: und ſein Anſehn gebietet Ehrfurcht. Sende mir ihn fröhlich wieder zurück, o König: er heißt nicht blos Vater; er iſt es wahrlich. Als er das geleſen, frug er nach dem, der eine Tochter ſuche. Da deuteten ſie auf einen Greis, und der König ſprach zu ihm:Fremdling, ich bin alles zu thun bereit, da Oroondates es wünſcht; aber nur zehen gefangene Jungfrauen hab' ich heranführen laſſen. Außer eine, die ſicher nicht deine Tochter iſt, magſt du die übrigen dir betrachten, und ſo du ſie erkennſt und findeſt, ſey ſie dein! Da neigte ſich der Greis vor ihm und küßte ſeine Füße. Als er aber, die vorgeführten Mädchen betrachtend, die geſuchte nicht fand, ward er wieder traurig und ſprach:o König, keine iſt's von dieſen!Meinen Willen ſiehſt du, entgegnete Hydaspes;alſo klage nur das Schickſal an, wenn du die geſuchte nicht findeſt. Denn daß außer dieſen keine ſonſt herangebracht ward, oder im Heere iſt, magſt du ſelbſt dich überzeugen, wenn du umher⸗

ſchauſt.

33 Da zerſchlug der Greis ſein Antlitz und weinte, blickte dann auf und ſchaute rings umher auf die Menge: plötzlich rannte er wie wüthend hinweg und zum Altare, wand den Saum ſeines Mantels denn alſo war er gekleidet in eine Schlinge, warf ſie über Theagenes Nacken und zog ihn laut ſchreiend: Hab ich dich endlich, Todfeind! hab ich dich endlich, Mörder und Verräther! Hemmen wollt' es die Wache und ihn losreißen, aber er hielt ihn feſt, wie