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Theagenes und Charikleia : ein Roman / aus dem Griech. des Heliodoros, übers. von Karl Wilhelm Göttling
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mag, ſo gebiete, daß die Hand deiner jetzt wieder⸗ gefundenen Tochter es vollbringt.

2 Hydaspes ward empfindlich ob dieſen Worten; ſein Gemüth rief ſich das ähnliche Verlangen Chari⸗ kleiens zurück; aber er vermochte in ſo kurz gemeſſe⸗ ner Zeit das wahre nicht zu finden: Mögliches, Fremdling, begann er,habe ich dir zu fodern ge⸗ ſtattet, und zu gewähren verheißen; aber die opfernde muß ein Weib ſeyn, keine Jungfrau, gebietet das Geſetz.Auch ſie hat einen Gatten, fuhr Thea⸗ genes fort.Das ſind ſicher Reden eines wahnſin⸗ nigen und ſterbenden; hat doch der Glühroſt das Mädchen als unberührt von Hochzeit und Männer⸗ nähe erwieſen; oder du müßteſt hier den Mervebos meinen; doch iſt mir unbekannt woher du das wüß⸗ teſt; denn noch iſt er ihr Gatte nicht, nur Bräutigam

habe ich ihn genannt.Und wird's auch nicht, ſetze nur hinzu, ſprach Theagenes,wenn ich Chari⸗ kleiens Herz kenne. Und meine Verkündung, als eines Opfers, fodert Glauben. Da fügte Meroe⸗ bos hinzu:Lieber, die Opferthiere zeigen ja nicht lebend, ſondern geſchlachtet und aufgeſchnitten durch die Deutung ihrer Eingeweide die Verkündung. Darum haſt du wahr geſprochen, o Vater, der Fremde redet wie ein ſterbender. Und es führ ihn einer, ſo du gebeutſt, zum Altare, du aber bereite, was noch nöthig iſt und ſchreite zum Opfer! Und Thea⸗ genes ward hingeführt, wo es befohlen war. Cha⸗ rikleiga aber hatte eben erſt aus dem Siege neues Leben geſogen und das beſte gehofft: nun er wieder abgeführt ward, entſtuͤrzten ihr die Thränen. Da