liche niederſchlagen der eignen Hand ſchon nach der Erde zog, wand ſich unter der Achſel durch, ihm um den Rücken, umgürtete mit Mühe den dicken Leib mit ſeinen Händen, entwuchtete dann gewaltig und unabläßig mit ſeinem Schenkel den Stand ſeines Gegners um Ferſe und Knorren und zwang ihn zum Knieſturz: dann ſchlug er rittlings ſeine Füße um ihn, zwängte ſie ihm durch den Spalt, zog ihm die Hände weg, womit der Aethioper ſtützend ſeinen Leib noch in die Höhe hielt, ſchlang ſeine Arme, wie einen Knoten ihm um den Schädel, zog ihn hinauf nach Rücken und Schultern zu, und zwang ihn, daß er mit dem Bauch zur Erde ſchlug. Ein ſchreien, aber noch vernehmlicher, als vorher, erhob darob die Menge. Selbſt der König hielt ſich nicht; auf ſprang er vom Seſſel und rief:„O Schick⸗ ſal! Welch einen Mann gebietet uns das Geſetz zu opfern!“ Dazu rief er ihn heran und ſprach: dich zu kränzen, wie es beim Opfer Sitte, liegt uns noch ob. Aber auch dieſer wackere, wenn auch für dich fruchtloſe und vergängliche Sieg muß bekränzt werden. Und wenn es auch ſelbſt meinem beſten Willen, dich dem, was dir bevorſteht, zu entziehen, nicht ver⸗ gönnt iſt, ſo werde ich dir wenigſtens, was man erlaubt, reichen. Weißt du etwas, was dich im Le⸗ ben noch vergnügen könnte, fodere es!“ Und mit dieſen Worten ſetzte er dem Theagenes einen Kranz von Gold und edlen Steinen auf. Leiſe Thränen konnte er nicht verbergen. Aber Theagenes ſprach: „So will ich denn fodern! Verſprich es zu geben; wenn ich dem Opfer durchaus nicht zu entgehen ver⸗
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Theagenes und Charikleia : ein Roman / aus dem Griech. des Heliodoros, übers. von Karl Wilhelm Göttling
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