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Theagenes und Charikleia : ein Roman / aus dem Griech. des Heliodoros, übers. von Karl Wilhelm Göttling
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aber im Verlauf des Beginnens gewahrten ſie wohl, daß weder Feigheit noch Flucht vor dem Opfer ihn beſeelte. Er holte den Stier bald ein und jagte ihn ein Weilchen, ihm immer auf den Ferſen, und trieb ihn durch Stöße zu noch eiligerem rennen: und wo⸗ hin er ſich auch jagend wandte: er folgte ihm und bog gewandt zu allen Wendungen und Kehrungen mit ein.

28 Als er ſich Auge und Führung zu gewohnter Feſtigkeit geſichert: da ritt er ihm nah an die Ribben, drängte Leib an Leib, miſchte Athem und Schweiß des Roſſes und Stieres und maß den Lauf zu ſo gleichem Takt ab, daß die fernſten die Köpfe der beiden Thiere für zuſammengewachſen hiel⸗ ten und den Theagenes hoch erhuben, daß er ein ſo wunderſames Roſſeſtiergeſpann zuſammen gejocht. So fühlte das Volk; aber Charikleia zitterte und bebte ob dem Anblick: ſie ahnte nicht, wozu das Wagſtück dienen könnte und angſtete ſich, wenn ein Leid ihm geſchehe, über ſeine etwaige Wunde, wie über den Tod: daß es ſelbſt Perſinen nicht entging und dieſe ſie alſo frug:Aber Kind, was iſt dir? ſcheinſt du doch mit dem Fremdling die Gefahr zu theilen; mir ſelbſt auch geht er nahe, ſeine Jugend jammert mich: ich wünſchte er entginge der Gefahr und würde dem Opfer erhalten, damit nicht ganz unvollendet unſer Dank den Göttern bliebe.Das iſt luſtig, ſprach Charikleia,zu wünſchen, daß er nicht ſterbe, um ihn ſterben zu ſehen! Aber iſt es dir möglich, o Mutter, ſo rette den Mann mir zu Lieb. Und Perſina ahnte nicht den wahren Grund,