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Theagenes und Charikleia : ein Roman / aus dem Griech. des Heliodoros, übers. von Karl Wilhelm Göttling
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ſtaltete, Thier erſchien, ergriff ſie Schrecken. Sie zerriſſen die Zügel ihrer Führer und der eine Stier er allein hatte, wie es ſchien, nur das Thier er⸗ blickt und zwei von den Roſſen zogen aus zu un⸗ aufhaltſamer Flucht: doch vermochten ſie nicht des Heeres Damm zu durchbrechen, den die dichtgedräng⸗ ten Schilder der Kerntruppen rings herum ſchlugen: alſo flogen ſie ordnungslos einher, in ſcheuem Lauf den ganzen Raum drinnen durchrennend und ſtürzten, was ſich ihnen entgegenſtellte, Geräth oder Thier, zu Boden: alſo, daß ein gemiſchtes Rufen über den Vorfall ſich erhob, hier aus Furcht, wo ſie heran⸗ ſtürmten, dort aus Luſt, weil ſie auf die andern losbrachen und das übereinanderburzeln der fallenden Jubel und Lachen erregte. Selbſt Perſina und Cha⸗ rikleia konnten ruhig nicht im Zelte bleiben: ſie öff⸗ neten leiſe den Vorteppich und waren Zuſchauer deſſen, was geſchah. Da ſah Theagenes ſey's nun, daß die eigne Seele von männlichem Muthe belebt ward, ſey's, daß er der Reizung eines Gottes ſich hingab ſeine Wächter im hereinbrechenden Getümmel zerſtreut: ſtraks erhob er ſich, der bisher vor dem Altar auf den Knien gelegen hatte, den nahen Todesſtoß zu em⸗ pfangen, und erfaßte eins von den Scheiten, die auf dem Altar lagen: ergriff eins der Roſſe, die nicht entlaufen waren, flog ihm auf den Rucken, faßte in die Mähnen, wie in einen Zügel, ſpornte das Roß mit den Schenkeln, trieb's mit dem Scheit ſtatt der Geißel und jagte einher hinter dem Stiere. Alle an⸗ weſenden glaubten Anfangs, daß Theagenes zu fliehen gedenke und jeder rief dem andern zu mit Geſchrei, ihn nicht den Truppendamm durchbrechen zu laſſen: