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Theagenes und Charikleia : ein Roman / aus dem Griech. des Heliodoros, übers. von Karl Wilhelm Göttling
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ſeine Größe kam wohl der eines Kameels bei: ſeine Farbe und Haut war in bunte Felder geſchieden. Kroppe und Nachhand waren niedrig und in Löwen⸗ größe, Widerroß aber, Vorderfüße und Bruſt waren unverhältnißmäßig höher, als die andern Glieder: der dünne Hals verlängte ſich aus dem ſonſt gro⸗ ßen Leibe zu Schwanenſchlankheit hinan. Kameel⸗ artig war des Kopfs Geſtalt: ſeine Größe überſtieg die eines lybiſchen Straußes wohl um's doppelte und muthig zuckte es die ſchiefgeſchlitzten Augen darin umher. Auch ſein Gang war ſchwankend und dem eines jeden Land⸗ oder Waſſerthieres entgegen⸗ geſetzt; denn es bewegt nicht abwechſelnd jedes⸗ mal zwei Schenkel von verſchiedenen Seiten und dann umgekehrt: ſondern immer ſchreitet es zugleich mit beiden Schenkeln an der rechten Seite und dann. für ſich wieder mit beiden an der linken, indem die ganze Seite ſich hebt. So zottelte es einher, und war alſo zahm gewöhnt, daß es an einer dünnen Schnur, die ihm um den Kopf gewunden war, ſich von ſeinem Pfleger führen ließ, als ob deſſen Wille wie unenrweichliche Banden, es leitete. Alles Volk ſtaunte, als dieß Thier erſchien und alsbald überkam ſeine Geſtalt einen Namen von ſeines Leibes vor⸗ herrſchender Aehnlichkeit; das Volk nannte es aus V dem Stegreife Kameelpardel. Aber mit Schrecken füllte es bald die Verſammlung.

27 Denn es geſchah folgendes: am Altar der Se⸗ lene ſtanden ein Paar Stiere; an dem des Helios ein Geſpann weißer Roſſe zum Opfer bereit. Wie nun das fremde und ungewöhnliche, ſo ſeltſam ge⸗